der Altar von Ulrich Rückriem
Im Zuge der Renovierung Anfang der 1990-er Jahre des Münsters wurde der Chorraum nach einem Entwurf des Künstlers Ulrich Rückriem umgestaltet. Ein Ensemble aus Altar und Ambo aus Anröchter Dolomit wurde auf einem um drei Stufen gegenüber dem Kirchenschiff erhöhten Sockel aufgestellt.
Blick in den Chorrraum mit Ambo und Kreuz mit Schatten
Sowohl der Ambo als auch der Altar sind schmucklos. Rückriem sagte: "der Stein genügt mir!" Beide Stücke zeigen gebrochene und gesägte Flächen. Diesen Altartyp hat Rückriem mehrmals gefertit, fast immer mit sieben Bohrlöchern (Ausnahme im Jesuiten Seminar in Frankfurt sind es nur fünf), fast immer schmucklos (Ausnahme im Dom zu Hildesheim sind die Innenflächen vergoldet) und fast immer aus Anröchter Dolomit (Ausnahme in steht ein Altar aus Granit).
Wenn wir den Altar genauer betrachten fällt auf, dass entlang der Bohrlöcher eine Bruchlinie verläuft. Die Bohrlöcher sind also keine Löcher für eine Sprengladung, sondern für Spaltkeile.
So sieht das Spalten eines Natursteines aus:
Spalten von Naturstein der Werkstatt oder im Steinbruch
Der Steinblock für den Altar wurde einmal entlang der Bohrlöcher und einmal entlang der natürlichen Einsprengung in das Gestein gespalten. Das mittlere Stück wurde dann in drei Teile gesägt und die beiden äußeren Teile wurden mit dem unteren und oberen Spaltstein zu einem Tisch zusammen gefüft. Im Chor der Kirche wurde dann die untere Platte in den Sockel vertieft eingebracht.
Quellen: der Hildesheimer Altar, diverse Zeitungsartikel, youtube: https://www.youtube.com/watch?v=3ah-z-wbWmE
https://www.youtube.com/watch?v=-9I_UGbjt8E Alle Quellen können in der Handbibliothek eingesehen werden. top