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Das Münster St. Paul ist - fast - eine klassische Basilika. Viele Elemente sind vorhanden, allerdings fehlen auch einige der Charakteristika.

Blick in den Kirchenraum nach Osten

Eine Basilika ist ursprünglich - und dies deutet der Name an - eine Königshalle, später Versammlungs- und Gerichtshalle, noch später eine christliche Kirche. Das ideale Bau-Schema der romanischen und gotischen Basilika wird gebildet durch ein Hauptschiff mit zwei deutlich niedrigeren Seitenschiffen. Diese sind durch Säulen oder Pfeiler getrennt.
Kirchen in Form von Basiliken sind sehr häufig weiter gegliedert durch ein Querschiff und eine optische Trennung zwischen Langhaus und Chor, den sogenannten Triumphbogen.

Die Seitenschiffe sind dabei halb so breit wie das Hauptschiff und ebenso hoch. Das Hauptschiff ist etwa doppelt so hoch wie die Seitenschiffe. Wir finden also idealerweise mehrere Quadrate in Grundriss, Längs- und Querschnitt durch eine Basilika.

Neben dem gerade angesprochenen architektonischen Begriff der Basilika, gibt es noch den kirchenrechtlichen. So wie ein Bischof eine Kirche zum Münster erheben kann, erhebt der Papst wichtige Kirchen zur Basilica
vergleiche z.B.: https://de.wikipedia.org/wiki/Basilica_minor

Oben haben wir geschrieben, „St. Paul ist fast eine Basilika“. Bevor wir nun mit Laser, Schritten oder Maßstab die Kirche vermessen, wollen wir den Raum auf uns einwirken lassen, ihn beschreiben.

Wenn wir diese Kirche durch das Westportal betreten, kann uns auffallen, dass das Gewölbe ohne Unterbrechung von ganz hinten bis ganz nach vorne in den Chor durchläuft. Diese Kirche hat kein Querschiff und auch keinen Triumphbogen.
     Sie hatte auch keinen Vorraum. Das Vestibül, das Sie erfahren, ist das Resultat von Renovierungen, die eine Empore einbauten. Weit über Ihnen, von Empore und Orgel verdeckt, befindet sich ein weiterer geschmückter Schlussstein. Vermutlich war in der ursprünglichen Kirche auch das Niveau des Bodens durchgehend.

Diese und einige mehr sind Elemente der Bauregeln der Bettelorden. Aber diese Merkmale sind in St. Paul nicht konsequent eingehalten worden.

Die um drei Stufen erhöhte „Altarinsel“ wurde bei der letzten Renovierungs Kampagne entsprechend den Vorgaben des 2. Vaticanums und den Empfehlungen des Künstlers Ulrich Rückriem eingerichtet. Diese drei Stufen ersetzten den wesentlich höheren modernen Altarsockel von 1964 und den neugotischen, der 1864 eingebracht wurde.
      Kommen Sie zu den Münsterspaziergängen, stellen Sie Fragen und lernen Sie unser Münster immer besser kennen!

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